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MaxSpace

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1

21.01.2014, 18:58

The walking Dead

Da ich im Augenblick auf dem Trip von 'The walking Dead' bin (die Fernsehserie ist klasse, ich hoffe auf eine 5. Staffel 8) ), wollte ich mal fragen, ob hier nur kleine Geschichten von WoW erwartet werden, oder auch mal was ganz anderes? ?(
Kein Splatter!!! :this:

Jeff

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2

21.01.2014, 23:26

Gegen interessante Geschichten hat hier glaube niemand etwas, auch wenn die nichts mit WoW zu tun haben. Also leg ruhig los... :)

Joy22

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3

21.01.2014, 23:58

oh ja ich bin mom auch auf dem trip <3 ich liebe die Serie... :heart_beat:

blööde Winterpause... die 4te hat 16 Folgen... ab dem 09.02 gehts weiter <3

btw die 5te ist schon geplant / in arbeit =) hoff mal lieber auf eine 6te ^^

Deine Andere Storry war/ist super... so viel talent im schreiben... kann nur was gutes kommen =) bin gespannt :thumbup:

Liebste grüße *Joy*

_____________________________________
Für die Welt bist du irgendjemand. Aber für irgendjemanden bist du die Welt... :heart_beat:

Das Geheimnis meiner Kraft :devil: http://www.youtube.com/watch?v=TtNfcQ9HqW0

Du bist lustig, dich töte ich zuletzt xD

MaxSpace

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4

24.01.2014, 19:44

Gut, also hier eine kleine Einführung für die, die diese Serie nicht kennen.
Über die Menschheit ist eine Epdemie gekommen. Wie? Warum? Wird in der TV-Serie nicht erzählt. Nur der Überlebenskampf der Menschen gegen die Beisser oder Walker oder Hautfresser usw. Das Wort Zombie taucht weder in in der TV-Serie noch in den Comics auf. Warum? Der Definition nach sind Zombie Untote, die auch aus Gräbern steigen. Bei TwD bleiben sie in den Gräbern. Jeder Mensch hat etwas im Blut, was ihn nach seinem Tot zum Beisser macht. Nur durch die Zerstörung des Gehirns bleibt der Beisser entgültig tot.

Das Comic war zu erst da. Es gibt über hundert Ausgaben. Zwei Romane und 3 Staffeln Webserien (sog. Webisoden), die Geschichten abseits der TV-Serie 3-6 Folgen erzählen. Und nicht zu vergessen 2 Pc-Spiele (Staffel 2 kommt im 1Q 2014).

Ich habe mich an der TV-Serie orientiert. Viel Spass. ;)

MaxSpace

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5

24.01.2014, 20:24

The walking Dead Germany

Es war einer der ersten Tage die warm waren. Obwohl der Winter sehr milde war, aber jetzt stieg das Thermometer schon auf fünfzehn Grad. Zumindest am Tag. Nachts fiel es zwar wieder auf fünf Grad, aber die warmen Sonnenstrahlen belebten die Seele und holte sie aus dem Winterschlaf.

Alexander hatte sich einen Stuhl genommen und sich auf das winzige Stück Rasen an der Straße gesetzt. Die Sonne stieg jetzt wieder höher. In hellem Sonnenlicht lag der kleine Wendehammer der Anliegerstraße. Alexander hatte die Augen geschlossen und genoss das wärmende Gefühl auf der Haut. Es ließ ihn die Welt und ihre Probleme um ihn vergessen. Er hörte Neele und Zed, wie sie einen Fußball über die Straße kickten. Der Junge tat ihm leid. Wussten die Eltern eigentlich, was sie einem Kind antaten, wenn sie ihm einen solchen Namen verpassten? Aber in der heutigen Zeit spielte es keine Rolle mehr was für einen Namen man trug. Aber damals wäre der Junge verspottet worden. Jetzt zählten aber andere Fähigkeiten. Die Beiden hatten irgendwo in dem Haus den Ball gefunden. Alexander grinste und freute sich, dass sie so zumindest ein wenig Normalität bekamen. Er hörte die Vögel zwitschern, den Wind in den noch nackten Ästen der Bäume rauschen. Doch bald würde der Frühling Einzug halten und die Blätter der Bäume würden Schatten spenden, wenn die Sonne vom Himmel brannte.

Ansonsten war es ruhig. Sehr ruhig. So ruhig wie an einem sehr frühen Sonntagmorgen, wenn man mit dem Hund vor die Tür geht. Man hört nur natürliche Geräusche, keine Autos, Laubsauger oder ähnliches. Als er die Augen öffnete brauchte er ein paar Sekunden, bevor sie sich
an das helle Licht gewöhnt hatten. Keine zwanzig Meter von ihm spielten die Kinder der Familie Weide. Ein paar Meter weiter, er traute seinen Augen nicht, stand Onur an seinem Wagen und polierte das Blech mit einem Lappen. Alexander konnte nicht anders und schüttelte grinsend den Kopf.

Onur war Anfang dreißig und erfüllte das klassische Klischee eines Türken, welches sich über Jahre in Deutschland gebildet hat. Er wusste, dass nicht alle Türken so waren. Er hatte mit vielen zu tun gehabt und alle waren nette und fleißige Leute gewesen. Aber es hatte auch die Voll-krasse-dreie-BMW-lass-meine-Schwester-in-Ruhe-oder-isch-mach-disch-platt-Alder Türken gegeben, die leider die anderen mit in Verruf gebracht haben. Onur war einer dieser Türken. Mit Argusaugen achtete er auf seine zwei Jahre jüngere Schwerster Yeşim. Onurs Vater saß auch auf einem Stuhl in der Sonne. Von dem ungehobelten Verhalten, welches er anderen gegenüber an den Tag legte, war nichts zusehen, wenn er mit seinem Vater oder Mutter sprach. Dann konnte man eine fast demütige Seite an dem vor Selbstbewusstsein strotzenden Türken sehen. Onur achtete aber sehr darauf, dass es niemand mitbekam. Alexander hatte es auch nur durch Zufall einmal mitbekommen. Aber eines musste er Onur lassen, anders als die anderen Autos, die hier standen war
seiner der gepflegteste.

Ihm gegenüber wohnten Natalja und Sergej Charkow. Auch sie schätzte Alexander auf Anfang dreißig. Auch Sergej vertrat fast das Klischee eines Russen. Leicht reizbar, harter Brocken, der schnell die Fäuste fliegen lässt, wenn man ihm dumm kommt. Und seine Tattoos auf den Armen verstärkten noch den Eindruck. Auch wenn er nicht gerade wie ein Schrank aussah. Wenn er allerdings mit seiner Frau zusammensaß, dann war der Mann wie ausgewechselt. Mit zärtlichen Berührungen strich er ihr über die Wangen. Seine Augen leuchteten, wenn sie sich anschauten. Dieser Mann würden alles für seine Frau tun. Neben ihnen lebten drei alte Männer. Erwin, Dieter und Heinz. Alle um die sechzig, aber fit wie ein Turnschuhe. Immer wenn Alexander einen von ihnen sah wünschte er sich, dass er in dem Alter auch so fit sein würde. Aber in der heutigen Zeit das Alter zu erreichen würde an
ein wahres Wunder grenzen. Aber die Drei brachten einen gewissen Schwung in diese ungewöhnliche Gemeinschaft und alle zehrten von der Lebensfreude, den die Alten ausstrahlten.

Natürlich gab es noch mehr in dieser kleinen Straße. Da war Jochen, ein Elektronikfreak. Computer oder andere Elektroniksachen waren sein Ding. Aber mit Waffen wollte er nichts zu tun haben. Ihm waren kleine Schraubenzieher und Lötkolben wichtiger.
Martina, eine traurige Frau, die ihr Kind verloren hatte. Aber wenn sie Wache hielt, konnte man den Hass in ihren Auge sprühen sehen. Ihr Verstand
wanderte auf einem sehr schmalen Grad. Es war nur eine Frage der Zeit, bis sie fallen würde. Die Frage war nur zu welcher Seite.
Gerd war mal Schlosser gewesen. Auch er hatte jemanden verloren. Seine Frau vor zwei Jahren an den Krebs und wahrscheinlich seinen Sohn mit Familie. Gerd hatte ihm erzählt, dass sein Sohn mit seiner Familie in der Nähe von Bremen wohnt. Vielleicht waren sie auf dem Weg hierher? Und vielleicht waren sie tot? Oder sie haben sich bis jetzt in der Nähe von Bremen durchschlagen können und leben in einer ähnlichen Kommune wie dieser hier. Alles war möglich, aber in nächster Zeit würde niemand es herausfinden können.
Alexanders Bekannter Rudi mit seiner Frau Julia. Von Beruf her war er KFZ-Mechaniker. Seine Frau hatte in einem Büro gearbeitet. Auch seine Kinder befanden sich weit weg. Die wohnten in Berlin. Rudi war auch einer vom Schlag 'Hoppla-jetzt-komme-ich', aber damit überspielte er nur seine Unsicherheit anderen gegenüber. Julia war herzlich und wenn sie jemanden ins Herz geschlossen hatte, dann gab sie auch ihre Liebe vom ganzen Herzen.
Jörg Krützke mit seiner Frau Karoline. Wenn es stimmte, dann war Jörg Chef in einer Bankfiliale gewesen und hatte sich nun zu einem Anführer ohne Plan aufgeschwungen. Der Typ trat als Bürgermeister auf und meinte den vollen Durchblick zu haben. Gut, er hatte die eine oder andere Idee gehabt, die ihnen das Überleben gesichert hatte, aber lange würde es nicht mehr gut gehen. Seine Frau war ihm total untergeben. Wenn sie 'B' sagte und er sie mit 'A' korrigierte, sagte sie anschließen auch 'A'. Sie war immer seiner Meinung. Man durfte ihn auch nicht mit Jörg anreden, sondern er bestand auf Herr Krützke.
Und dann war da natürlich er selbst und seine Frau Christina. Alexander war früher LKW-Fahrer und war im Nahverkehr in Hamburg unterwegs. Auf das Haus, in dem er jetzt mit seiner Frau wohnte konnte er früher nur von oben sehen. Jetzt sah er den Wohnblock, in dem er früher gewohnt hatte nur noch von Außen. Alle in dieser kleinen Straße hatten in diesen Häusern nie zuvor gelebt. Christina hatte halbtags in einer Bäckerei gearbeitet. Zu anfangs hatte sie ab und an mal ein Stück Kuchen, der übriggeblieben war mitgebracht, aber das hatte sich später gelegt.
Er schaute auf diese kleine Idylle. Diese kleine friedliche Straße. Ein trügerischer Frieden. Sehr trügerisch.

Denn keine fünfzig Meter hinter ihm, auf der anderen Seite des Hauses wartete der Tod. Die Epidemie war vor gut einem halben Jahr ausgebrochen. Wahrscheinlich sogar noch früher. Niemand hatte sie stoppen können. Menschen die starben kamen irgendwann wieder. Sie streiften durch die Gegend und suchten. Suchten Menschen, die sie bissen und dann zerrissen. Und auch diese Toten kehrten in das Leben zurück. Aber dieses Phänomen betraf nur die Lebenden und auch nur Menschen. Tiere blieben verschont.
Die Kirche redete von der Strafe Gottes. Das Militär von einer biologischen Waffe und von einem Feind. Die Politiker von Terrorismus. Und der Bürger? Der musste plötzlich um das nackte Überleben kämpfen und bekam keine Hilfe von Polizei oder Behörden. Innerhalb einer Woche war ganz Deutschland im Kriegszustand. Es regierte das Recht des Stärkeren. Ein Zustand, den niemand in diesem Land für möglich gehalten hätte war eingetreten. Doch schon in der zweiten Woche wanderten mehr Beisser durch die Landschaft, als noch lebende Menschen. Der letzte Versuch der Behörden die Sache unter Kontrolle zu bekommen scheiterte kläglich und brach dann endgültig zusammen. Die letzten Medien berichteten nicht mehr.

Die Fernsehsender ließen eine Meldung in Schleife laufen. Normalen Sendebetrieb gab es schon lange nicht mehr. Dann wurde alles knapp. Essen, Wasser, Kraftstoff und Energie. Die alltäglichen Dinge des Lebens gab es nicht mehr. Man konnte nicht mehr einfach so in den Supermarkt gehen und seine Vorräte auffüllen.

Irgendwann war Alexander zu dem Schluss gekommen, dass die Wohnung nicht mehr sicher war. Christina hatte sich gewehrt, die Wohnung zu verlassen, aber wenn die Beisser erst vor der Tür gestanden hätten, wären sie nie wieder aus der Wohnung gekommen. So hatte er seinen Bekannten
Rudi überredet, nach gegenüber in die Häusersiedlung zu ziehen. Vorsichtig hatten sie zu zweit die Lage erkundigt und sich die Häuser ausgesucht. Dabei hatten sie eine kleine Gruppe gefunden, die sich in einem der Häuser versteckt hatten. Gemeinsam hatten sie dann die ersten Barrikaden gebaut und waren in die Häuser eingezogen. Die deutsche Gründlichkeit kam ihnen dabei zu gute. Die Hecken waren dicht bepflanzt und einen Zaun gab es noch zusätzlich.

Um einzelne Beisser abzuhalten reichte es. Aber sie besuchten einen in der Nähe liegenden Baumarkt und deckten sich mit Hölzern, Äxten, Hämmern, Nägeln und anderen brauchbaren Sachen ein. Aber es war ein wahrer Alptraum gewesen. Der Baumarkt war nur zwei oder drei Kilometer entfernt, aber auch hier war ein gutes dutzend Beisser. Auch im Markt waren einige von ihnen unterwegs. Erst wollten sie nur rein und sich die Sachen zusammensuchen, doch schnell wurde ihnen klar, dass sie erst die Beisser erledigen mussten. Es war nicht einfach einem Beisser den Schädel zu zertrümmern und damit das Gehirn endgültig zu töten. Es waren immerhin Menschen gewesen. Allerdings, wenn so ein nach Fäulnis stinkender Beisser einem an die Kehle will und sich durch nichts abbringen lässt, dann überwiegt der Selbsterhaltungstrieb.
Auch dass die Häuser dicht zusammenstanden half ihnen. Einige Autos wurden einfach als Barrikade verwendet. Mit vereinten Kräften schafften sie es diese kleine Häusergruppe zu sichern. Die Fenster in den Erdgeschossen wurden verrammelt. Mit der Zeit waren die Barrikaden immer besser geworden und ein kleines Stück Normalität war zurück. Aber sie mussten immer wieder raus und Wasser und Essen besorgen. Die Supermärkte in der Umgebung hatten sie schon abgegrast und so dauerten ihre Ausflüge immer länger. Auch die Ablaufdaten der Lebensmittel half ihnen nicht gerade.

Auf einer dieser Touren hatten sie Sergej mit Frau, die Kinder Neele und Zed mit ihren Eltern Tobias und Barbara Schulz. Alle waren am Ende ihrer Kräfte gewesen. Erst nach langem Überlegen hatte sich Jörg... Herr Krützke dazu durchgerungen die beiden Familien in der Gemeinschaft aufzunehmen. Zwar würde es schwierig sein für alle Essen zu finden, aber draußen bei den Beissern war es nahezu unmöglich.
Es wurde schwieriger. Viel schwieriger. Herr Krützke war mit Sergej, Rudi und Tobias nun schon fast den ganzen Tag unterwegs um Lebensmittel zu besorgen. Jedes Mal, wenn sie unterwegs waren hatten die Zurückgebliebenen Angst, dass keiner von ihnen wieder zurückkam. Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit bis es tatsächlich passierte.

Alexander hatte sich einen Plan überlegt. Einen Plan, der ihnen Sicherheit geben würde. Und was noch wichtiger war, der sie mit Essen versorgen würde. Sie alle hätten die Chance auf eine Zukunft, in der sie friedlich leben konnten. Er wollte sofort mit Jörg... mit Herrn Krützke... Jetzt verbesserte er sich schon in Gedanken. Der Typ regte ihn mit seinem Gehabt echt auf. Er wollte heute eine Versammlung einberufen und seinen Plan den anderen mitteilen. Alle sollten darüber entscheiden, ob sie Alexanders Plan umsetzen wollten oder nicht.
Neele und Zed spielten immer noch Fußball. Onur hatte sich ihnen angeschlossen. Er schaute in den Himmel hinauf. Das Blau wurde nur von kleinen weißen Wolken unterbrochen. Die Strahlen der Sonne wärmten seine Haut. Es war ein herrlicher Tag. Ein Tag, an dem die Seele neue Kraft schöpfen konnte.
Der Treffer an seinem Stuhl riss ihn aus seinen Gedanken. Neele kam auf ihn zugelaufen und bückte sich nach dem Fußball. Dann schaute sie ihn mit großen dunklen Augen an. „Hilfst du mir?“, fragte sie. „Ich kann nicht alleine gegen die Beiden spielen.“
Alexander schaute auf und blickte Zed und Onur an. Sie standen wie eine Abwehrmauer vor einem angedeutetem Tor. Er hob die Hand und strich
ihr über das schwarze Haar.
„Die Beiden machen wir fertig.“, sagte er dann und grinste breit.
„Jetzt könnt ihr was erleben!“, rief Neele, als sie sich umdrehte und zurück lief.
„Eh, Alder. Zeig mal was du so drauf hascht.“, rief Onur breit grinsend.
Zed versuchte sofort seiner Schwester den Ball abzunehmen, doch die dribbelte ihn aus und nach einem schnellen Pass gab sie Alexander die Vorlage zum Tor.

Sie spielte fast eine Stunde und Alexander und Neele hatten gerade ausgeglichen, als der Torposten die Rückkehr des Essenstrupps meldete. Alle strömten zum Auto um zu schauen, was der Trupp gefunden hatte und ob jemand verletzt war. Doch alle waren wieder da. Neele und Zed fielen ihrem Vater um den Hals und auch die anderen wurden von ihren Frauen freudig begrüßt. Die Vier sahen fertig aus. Ihre Kleidung war verschmutzt und mit Blut durchtränkt. Nur Jörg Krützke sah nicht ganz so ramponierte aus. Sergej warf einen schnellen Blick zu Jörg und dann zu Rudi. Doch ebenso schnell
schloss er die Arme um seine Frau. Auch Rudi schaute Jörg an. Der Blick, den er dann Alexander zuwarf erklärte viel. Irgendwas war passiert, aber dass sollte nicht vor allen geklärt werden.
Der Kofferraum des BMWs war jedenfalls gut gefüllt. Anscheint hatte sich noch einen Laden gefunden, in den es noch einige Konserven gab. Gemeinsam luden sie den Wagen aus und verstauten die Lebensmittel in einem der Häuser. Jetzt hatte sie wieder ein paar Tage Luft. Auch ein paar Kisten Wasser hatte die Gruppe mitgebracht.
Als sie die Sachen verstaut hatten betrachtete Alexander die Vorräte.

„Ich hoffe, du überlegst nicht, wie du dir was davon abzweigen kannst.“, sagte plötzlich eine Stimme hinter ihm.
Er zuckte herum und schaute in das Gesicht von Tobias.
„Nein.“, gab er zurück. „Ich habe nur überlegt, dass es so nicht weitergehen kann.“
Tobias zog die Stirn in Falten. „Wie meinst du das?“
Alexander schloss die Tür. Gemeinsam traten sie durch die Eingangstür in Freie. Die Sonne sank schon tiefer und es würde nicht mehr lange dauern bis es dunkel wurde. Damit würden auch die Temperaturen wieder sinken. Zum Glück hatten die meisten Hausbesitzer sich damals beim Bau einen Kamin bauen lassen. Aber auch das Feuerholz würde nicht ewig halten. Ein weiteres Problem.
„Wir können nicht ewig durch die Gegend streifen und nach Essen suchen.“
Sie blieben auf der Türschwelle stehen und schauten auf die kleine Straße hinunter. Neele und Zed spielten wieder, während andere in kleinen Gruppen zusammen standen und redeten.

„Ich glaube, ich weiß was du meinst.“, sagte Tobias nach einer Weile.
„Hast du eine Idee?“ Er schaute Alexander fragend an.
„Ja, die habe ich.“, meinte er. „Ich habe sogar mehr als das. In einer Stunde sollten wir eine Versammlung abhalten. Bei uns.“
„Ich sag den anderen Bescheid.“
Tobias wollte gerade gehen, als Alexander ihn am Arm festhielt.
„Was ist heute da draußen passiert?“, fragte er und nickte mit dem Kopf in Richtung Barrikade.
Sein Gegenüber schien mit sich zu ringen, doch dann schaute er auf. „Jörg hatte die Nerven verloren.“, begann er und schaute dabei zu dem Haus, welches Jörg Krützke und Frau bewohnten. „Wir hatte diesen Laden gefunden. Er war noch prall gefüllt. Anscheint hatte sich noch nie jemand so tief in das Einkaufszentrum gewagt. Es war Onurs Idee, sich einmal da drinnen umzuschauen. Jörg hatte sich von Anfang an dagegen gesträubt, aber er ist dann doch mit. Es waren einige Beisser in diesem Einkaufszentrum, aber wir sind sie umgangen. Haben uns Zeit gelassen. Deswegen hat es auch so lange gedauert. Dann haben wir den Laden gefunden, sind rein und haben uns alles gegriffen was wir konnten.“ Tobias schaute noch immer auf die Straße. „Und dann kamen die Beisser. Sie waren schneller, als wir vermutet hatten. Es war ein wahrer Spießrutenlauf. Und die schweren Rucksäcke waren nicht gerade ein Vorteil.“ Dann schaute er auf den Boden, als würde er sich dafür schämen, was dann passiert war. „Wir konnten den Laden gerade noch so verlassen. Ich habe mich schon gegen vier Beisser verteidigen müssen. Dann fing Jörg an zu schreien, als ein Beisser ihn am Arm halten wollte. Er rutschte ab und bekam stattdessen seinen Rucksack zufassen. Jörg kam nicht mehr weiter und verfiel in Panik. Sergej erledigte dann den Beisser, doch Jörg ließ einfach den Rucksack fallen und lief los.“

„Konnte keiner von euch den Rucksack nehmen?“, fragte Alexander.
„Hatten wir versucht, aber unsere war schon so schwer und mit noch einem solchen Gewicht waren die Beisser einfach schneller. Wir haben es sogar versucht uns abzuwechseln, aber auch dass mussten wir schnell aufgeben. Jörg haben wir im Auto wiedergetroffen. Voller Panik hat er drinnen gesessen und am ganzen Leib gezittert. Wenn wir den Rucksack nicht zurückgelassen hätten, hätten wir noch Essen für ein paar Tage mehr.“ In Tobias Stimme schwang Zorn mit.

„Hätte, wäre, wenn.“, meinte Alexander, bevor sich Tobias in etwas hineinsteigerte. „Es lässt sich nicht mehr ändern. Ihr habt etwas mitgebracht und uns wieder ein Stück gerettet.“
„Aber es hätte mehr sein können.“, protestierte er.
„Ist es aber nicht. Wir können jetzt noch einige Stunden darüber diskutieren, wie viel es hätte sein können, aber dadurch wird es auch nicht mehr.“, meinte Alexander. „Aber vielleicht erübrigt sich das alles, wenn ich die anderen von meiner Idee überzeugen kann.“ Er schaute Tobias nachdenklich an. „Ich denke, ich werde schon mal den Kamin anmachen.“
Tobias nickte. „Ich sag dann mal Bescheid.“ , sagte er schließlich und drehte sich dann um.
Alexander wunderte sich, dass Tobias nicht nachgefragt hatte, was für eine Idee er hatte. Allerdings bestärkte dessen Reaktion seine Meinung, dass er die Dinge wohl nicht alleine so sah. Es musste etwas passieren.

MaxSpace

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6

01.02.2014, 11:09

The walking Dead Germany Teil 2

Nach knapp eine Stunde, brannte im Kamin ein wärmendes Feuer und fast alle, die keine Wache hatten waren da. Die einzigen, die noch fehlten waren Karoline und Jörg Krützke. Doch es dauerte nicht lange, bis die Haustür laut geöffnet und geschlossen wurde und Jörg im Zimmer stand.
Wieso findet hier eine Versammlung statt, von der ich nichts weiß?“, sagte Jörg gereizt.
Ich habe es dir doch gerade erzählt.“ Seine Frau trat zu ihm.
Alexander hob beschwichtigend die Hände. „Ich habe extra auf dich gewartet.“
Mit funkelnden Augen schaute Jörg ihn an.
Auf SIE gewartet.“, korrigierte er sich.
Das hätte mit mir vorher besprochen werden sollen.“
Ist ja gut.“, meldete sie Erwin zu Wort. Er saß mit seinen Freunden auf dem Sofa und schaute Jörg gelassen an. „Herr Krützke, sie habe nichts verpasst und ohne sie würden wir doch nie eine Versammlung beginnen.“

Verärgert schaute Jörg Krützke die Anwesenden an, dann suchte er eine Sitzgelegenheit, während Karoline Alexander einen entschuldigenden Blick zu warf. Doch Alexander machte eine beschwichtigende Geste. Er wusste, wie Jörg Krützke war und es hätte ihn gewundert, wenn er nicht so reagiert hätte.
Ich habe ein Anliegen.“, begann Alexander dann. „Ein Anliegen, welches wir nur zusammen entscheiden können. Keiner muss sich heute entscheiden. Hört es euch an und fragt nach.“
Alder, mach es nich so spannend.“, rief Onur.
Alexander konnte sehen wie sein Vater Onur einen düsteren Blick zuwarf, den er aber nicht sehen konnte.
Okay. Ich bin der Meinung, dass wir hier nicht mehr leben können. Wir sollten, nein, wir müssen umziehen.“
Er machte eine Pause. Nur das Knistern und Knacken der Holzscheite im Kamin war zu hören.
Wie kommst du denn darauf?“ Die Frage stellte Rudi.
Er wollte gerade antworten, als Karoline fragte: „Warum?“
Und ihr Mann hakte gleich nach: „Genau. Wir haben es hier doch ganz kuschelig.“
Jörgs Wortwahl zog einige Blicke auf sich, doch keiner sagte etwas. Im Gegenteil alle Augen richteten sich wieder auf Alexander.
Stimmt.“, fuhr er fort. „Und was meinst du, wie kuschelig es wird, wenn die Beisser erst eine der Barrikaden überwunden haben.“
Was für ein Blödsinn!“, fragte Jörg Krützke. „Wir haben keinerlei Anzeichen dafür.“
Wenn du die hättest, dann wäre es schon zu spät.“
Ist doch Quatsch!“ Jörg Krützke stemmte sich auf.

Setzten sie sich wieder hin und hören sie sich den Vorschlag erstmal an, bevor sie sie ihn als Quatsch abstempeln.“ Seine Worte waren energisch. Zuerst hatte Alexander gedacht, das Jörg den Raum doch verlassen würde, doch dann setzte er sich wieder.
Danke.“, meinte Alexander und war erleichtert. Jörg Krützke war größte Unsicherheitsfaktor. Wenn er nicht mitzog, dann würden vielleicht andere auch nicht mitziehen wollen. Immerhin war er eine Führungsfigur innerhalb der Gruppe.
Wir haben schon festgestellt, dass es in den letzten Wochen mehr Beisser geworden sind. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es so viele sind, dass sie die Barrikaden überrennen könnten.“
Dann verstärken wir sie doch einfach.“, meinte Jochen.
Sicher. Können wir, aber das wird nicht unser einziges Problem sein und bleiben.“, erklärte er weiter. „Wenn es so viele sind, können wir auch kein Essen mehr besorgen, welches jetzt schon knapp ist. Wir wären abgeschnitten und müssten hungern.“
Und wenn wir selber anbauen?“, warf Martina ein. Zustimmendes Raunen schwoll im Zimmer an.
Wäre eine Möglichkeit, aber dann müssten wir unsere Grenzen zu den Beissern erweitern. Und sie ist ja jetzt schon kaum zu verteidigen, wenn eine größere Herde von Beissern hier auftauchen würde.“
Das weißt du doch gar nicht.“, meldete sich Jörg zu Wort.
Ich habe aber auch keine große Lust es herauszufinden.“ Alexanders Stimme war angriffslustig. „Wir haben jetzt schon Schwierigkeiten, wenn wir zu viert oder fünft da draußen sind und es mit einzelnen Beissern zu tun haben. Einige Male war es verdammt knapp. Wie soll es erst werden, wenn zehn oder mehr von denen die Barrikaden überwunden oder gar eingerissen haben?“

Betretendes Schweigen lag in dem Raum. Jeder wusste, dass seine Worte stimmten,aber keiner von ihnen wollte sich das Szenario vorstellen.
Onur blickte plötzlich kampflustig auf. „Eh, dann machen wir ein nach andem platt!“
Er grinste in die Runde. Wahrscheinlich wollte er den anderen Mut machen, aber kaum einer in diesem Raum ließ sich darauf ein.
Alexander hatte es sich mühsam abgewöhnt alles negativ zu sehen, vor allem in diesen Zeiten. Etwas positives heutzutage war motivierender, aber in diesem Fall musste er Onur widersprechen.
Womit denn?“, fragte er. „Mit bloßen Händen? Oder Knüppeln und Äxten?“
Besorgen wir uns fette Waffen!“ Er streckte sie Hand aus, legte sie waagerecht und formte mit den Fingern ein Pistole. „Fetten Colt oder so.“
Onur!“, sagte Alexander kopfschüttelnd. „Wir sind hier nicht in den USA. Hier geht man nicht einfach in den nächsten Laden und kann mal eben ein paar Waffen kaufen. Die Dinger sind oder viel mehr waren illegal.“
Alder, willst du mich verarschen?“ Der Türke kam einen Schritt auf Alexander zu. In dem schwachen Kerzenlicht konnte er deutlich Onurs sehen. „Natürlich gib es Laden mit fetten Waffen!“
Stimmt, aber erstens sind die selten. Daher müssen wir davon ausgehen, dass vielleicht andere schneller waren. Und zweitens, dass diese Läden verdammt gut gesichert sind. Wir würden echte Schwierigkeiten haben an die Waffen zukommen und beim Knacken hätten wir wieder die Beisser im Nacken.“

Noch immer stand Onur der Zorn im Gesicht, doch Alexander hatte keine Angst vor ihm. Im Gegenteil, dass er sich so aufführte ließ ihn selber wütend werden. Zuerst merkte er es gar nicht, doch als es ihm bewusst wurde, beherrschte er sich. Er konnte den jungen Türken gut verstehen. Auch er selbst und mit Sicherheit jeder andere hier würden sich besser fühlen, wenn sie tatsächlich Waffen in den Händen halten könnten. Denn es war wesentlich einfacher einen Beisser mit einem Kopfschuss zu stoppen, als mit einer Axt seinen Kopf zu spalten oder ihn zu zertrümmern. Beide Varianten verlangtem jedem einiges ab. Es war schließlich jeder Beisser einmal ein Mensch gewesen. Doch leider hatte man als Mensch keine andere Wahl. Mann musste sich verteidigen, ob man wollte oder nicht. Wenn jemand es nicht tat, holten sich die Beisser ihn. Und die Beisser zu umgehen war leider nicht immer möglich. Einer der wenigen Vorteile war, dass die Beisser langsam waren.

Was bist du den für'n Feigling?“, fuhr der Türke ihn an.
Onur war jetzt voller Wut. Die anderen wichen vor ihm zurück. Auch Alexander wurde nun doch anders. Vielleicht war es aufgestaute Wut, die sich bei seinem Gegenüber ein Ventil suchte. Aber das war egal er war Onurs Ziel und...

Onur!“ Der Name schnitt förmlich durch den Raum. Onurs Vater hatte ihn gerufen und die Schärfe, die in seiner Stimme lag ließ seinen Sohn zusammenzucken wie unter einem Peitschenhieb. „Wir alle nicht glucklich sind mit Sitution.“, sagte Onurs Vater mit sanfter Stimme. „Aber der Mann hat Idee. Also lass sprechen, weil ich will hören Idee. Vielleicht ist wirklich gut.“ Dann machte er eine fortführende Handbewegung in Alexanders Richtung.
Alexander zögerte, doch dann fuhr er fort. „Also ich bin der Meinung, wir müssen hier weg, da wir ernsthafte Schwierigkeiten haben oder bekommen werden, wenn die Beisser die Barrikaden überwinden. Desweiteren haben wir kaum Essen. Wir haben keine Möglichkeit selber anzubauen ohne unsere Grenzen auszuweiten, die wir jetzt schon kaum verteidigen können. Die Ausflüge müssten immer weiter entfernt gehen, damit wir überhaupt was essbares finden. Außerdem sind auch die Sachen nicht ewig haltbar und irgendwann aufgebraucht.“
Er schwieg und ließ seine Worte erst einmal wirken. Alle dachten über das gesagte nach. Nur Jörg Krützke schaute griesgrämig drein. Er macht den Eindruck, dass es ihn ärgerte, dass er nicht auch diese Gedanken gekommen ist. Er war schließlich der Anführer der Gruppe.
Okay.“, sagte Rudi schließlich. „Die Argumente sind nicht von der Hand zuweisen. Hast du auch einer Idee, wo wir hin sollten und, was wichtiger ist, wie wir dort hinkommen?“
Alexander nickte. „Ja, das weiß ich.“
Jetzt bin ich gespannt.“, meinte Jörg herausfordernd.
Wir müssen nach Fehmarn!“
Alle schauten ihn an. Keiner sagte etwas. Außer Onurs Vater, der seiner Tochter am Ärmel zupfte. Sie flüsterte ihm wohl die türkische Übersetzung ins Ohr.
Sag mal, haben sie dich zu heiß gebadet?“, rief Sergej.
Das ist doch Schwachsinn!“, stimmte Jörg mit ein.
Wie weit ist Fehmarn den von hier weg?“, wollte Karoline wissen.
Das ist unwichtig, weil es sowieso unmöglich ist dort hinzukommen.“, sagte Rudi.
Zu Alexanders Überraschung trat Tobias auf ihn zu.
Wie sollen wir denn das schaffen?“ Seine Frage war nicht als Vorwurf gemeint, sondern klang neugierig. „Und vor allem warum Fehmarn?“
Tobias, du glaubst doch nicht daran, dass wir es schaffen könnten?“ Jörg war von seinem Stuhl aufgesprungen.
Ich will nur wissen, wie Alex es sich vorgestellt hat.“, sagte er und drehte sich zu Jörg um. „Ich halte ihn nicht für so dumm eine solche Idee in den Raum zustellen und sich keine weiteren Gedanken darum zu machen.“
Jörg winkte ab. „Ist doch völlig absurd! Zwischen hier und Fehmarn rennen einige tausend Beisser rum! Wie sollte das denn gehen?“ Wieder machte er sich daran den Raum zu verlassen.

MaxSpace

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7

01.02.2014, 11:20

The walking Dead Germany Teil 2-2

Hör doch erstmal zu, Jörg. Was hast du den schon zu verlieren?“
Herr Krützke!“, zischte er zurück.
Tobias ging darauf nicht weiter ein. „Kannst trotzdem mal zuhören.“ Dann drehte er sich Alexander wieder zu. „Also lass hören.“
Gut.“,
begann er. „Fehmarn deswegen, weil es nur einen Zugang gibt. Die Fehmarnsundbrücke. Die ist zwar breit, aber nur dort kommt man auf die Insel. Außerdem gibt es dort Windräder, die uns Energie liefern können.“

Und Beisser?“, warf Natalja ein. „Gibt es dort keine?“
Doch sicherlich, aber wenn wir die Brücke gesichert haben, so das keine Beisser nachkommen können, dann haben wir eine überschaubare Menge, die wir nach und nach verringern können, bis keine mehr von ihnen da sind.“
Zustimmendes Gemurmel drang durch den Raum.
Und wir kommen wir dorthin?“, fragte Jörg Krützke. „Es würde Tage dauern, mit dem Auto und genug Benzin für die Autos haben wir nicht. Und unterwegs welches suchen ist wohl auch nicht gerade ideal.“
Stimmt.“, bestätigte Alexander. „Aber selbst wenn wir LKWs nehmen würden, würden wir es nicht schaffen. Denn ich glaube, die Autobahnen bergen einige Hindernisse an Autos. Und wir sind zu wenige um genug Autos und LKWs zu fahren. Aber...“ Er schaute in die Runde. „Ich habe eine Idee, wie wir alle Sachen, die wir für mindestens ein dreiviertel Jahr brauchen mitnehmen können. Denn wir müssen erstmal Kühe, Schweine, Hühner und so weiter auf Fehmarn zusammentreiben und wir müssen Getreide anbauen. Dieses Zeit muss überbrückt werden.“

Getreide anbauen?“, fragte Martina. „Wie das denn?“
Ich denke, dass es den einen oder anderen Trecker auf Fehmarn gibt.“
Nur kein Benzin!“ Jörg Krützke hatte die Arme vor den Brust verschränkt. Aber Alexander war schon froh, dass alle noch da waren.
Das nehmen wir mit.“
Aha. Und wie viel, wenn mir die Frage gestattet ist?“
Ist sie. Ich denke da so an sechzig...“
Das wird wohl nicht ganz langen oder?“, fuhr ihm Jörg spöttisch ins Wort.
„Ein Trecker wird wohl ein bisschen mehr verbrauchen?!“

Tausend Liter oder mehr.“, führte Alexander genüsslich seinen Satz zu ende.

Hektisches Gemurmel war plötzlich im Raum und Jörg Krützke fiel förmlich der Unterkiefer runter.
Bevor einer was sagen konnte fuhr Alexander fort. „Dazu zehntausend Liter Motoröl, Fette, zweihundert Kubikmeter Kohle, kleine Öfen falls wir keine Häuser mit Kamin haben. Kleidung und Stoffe. Elektroautos wären toll, wenn wir welche finden. Bagger und Radlader. Einen Kranwagen mit Seil und einen mit Selbstladekran. Ersatzteile für Autos und LKW. Werkzeuge aller Art und Reifen. Elektro und Elektronikartikel, die man als Ersatzteillager verwenden kann. Mauer und Pflastersteine. Holzstämme. Und die eine oder andere Sache mehr, die ich vergessen habe.“
Na soviel ist es ja nicht.“ Jörgs Stimme triefte vor Spott und Sarkasmus. „Ich habe schon Wunder gedacht was du alles mitnehmen willst.“ Er schüttelte den Kopf. „Obwohl, das Werkzeug, das könnte ein Problem werden.“ Dann hob er die
Hand und zeigte Alexander einen Vogel. „Du hast sie doch nicht mehr alle.“

Doch Alexander lächelte ihn nur an, während einige der Anwesenden Jörg belustigt zustimmten. Tobias fiel allerdings Alexanders Lächeln auf.
Deinem Gesicht nach hast du schon eine Lösung?“, fragte er.
Sicher. Sonst würde ich doch so etwas nicht vorschlagen.“
Ich glaube, ich ahne was du meinst.“, sagte Tobias und nickte langsam. „Die Idee ist nicht schlecht. Schwierig, aber gut.“
Eh. Würdet ihr Schwachköpfe uns mal aufklären?“, mischte sich Onur ein.
Wir nehmen die Bahn.“, sagte Alexander.
Augenblicklich verstummten alle.
Die Bahn?“, wiederholte Rudi.
Sicher. Es ist die einzige Möglichkeit all die Sachen mit einem Mal mitzunehmen.“
Die Bahn?!“, sagte Rudi erneut. „Und du meinst wir besorgen uns mal eben so eine Lok und laden die Sachen ein und dampfen ab.“
Jein.“, sagte Alexander. „So einfach ist es nun auch nicht, aber ja, das trifft es ziemlich genau.“

Rudis Stirn legte sich in Falten. „Kannst du dich mal genauer ausdrücken?“
Kann er nicht.“, mischte sich Jörg Krützke ein. „Er hat nämlich selbst keinen Plan. Das ist nur ein Hirngespinst.“
Doch Alexander schüttelte den Kopf. „Nein, kein Hirngespinst. Der Plan ist gut und er wird funktioniert. Aber es müssen alle helfen. Einer alleine kann es nicht schaffen.“
Erzähl weiter.“, forderte Tobias auf.
Ein Stück weiter von hier ist die Firma Trans Bau. Dort haben wir mehrere Vorteile. Erstens besitzt die Firma erwähnte Bagger und Radlader. Und auch den einen oder anderen LKW werden wird dort finden. Zweitens ist das Gelände sehr gut...“ Alexander suchte nach den passenden Worten. „...befestigt. Die Beisser haben keine Chance in das Gelände zukommen, da der Zaun aus alten Eisenbahnschwellen und dicken Stahlträgern besteht.“

Und damit kommst du erst jetzt raus?“, fauchte Jörg ihn an.
Wieso? Ist doch kuschelig hier.“, entgegnete Alexander ihm. „Deine Worte.“
Herr Krützke winkte energisch ab.
Drittens befindet sich dort eine Werkstatt vielleicht sogar noch mit der Reifenbude. Und viertens hat die Trans Bau ein Gleisanschluss. Von dort kommt man bis nach Rothenburgsort und von da aus weiter nach Norden.“
Okay. Klingt gut, und weiter?“, sagte Sergej. „Wo willst du den Kraftstoff herholen. Sechzigtausend Liter findet man ja nicht einfach so.“
Doch. Im Hamburger Hafen. Dort sind riesige Tanks, in dem Diesel, Benzin und Rohöl lagert. Außerdem stehen auf den dortigen Rangierbahnhöfen genug Tankwaggons und auch andere Waggons.“, sagte Alexander. „Wir müssen uns nur eine oder zwei Loks besorgen und dafür sorgen, dass sie nicht von Signalen zwangsgebremst werden.“
Bei diesen Worten schaute er Jochen an. Es dauerte zwei Sekunden, bis der scheu den Kopf nach links und rechts bewegte und erst dann verstand, dass er gemeint war.
Was?! Ich?!“, rief er entsetzt auf. „Ich bin doch nicht bescheuert! Ich werde mich doch nicht freiwillig nach Hamburg begeben. Die Stadt hatte Millionen von Einwohner. Und ich soll da rein? Niemals!“
Onur drehte sich um und trat auf ihn zu. Ängstlich wich Jochen zurück, doch nach einem Schritt hielt ihn die Mauer auf.
Irgendwann mussen wir alle mal ins Gras beißen, Alder.“, sagte er, klopfte ihm dann aber kräftig auf die Schulter. „Aber isch werd schon auf disch aufpass'n.“

Dort finden wir auch Container, mit denen wir Kleidung, Werkzeug, Elektronik und andere Dinge transportieren können. Ebenso flache Waggons, auf denen wir die LKWs, Radlader und Bagger verladen können. Auf dem Hansaport gibt es genug Kohle und Eisenerz und die passenden Waggons. Deswegen der Radlader. In Billbrook bekommen wir LKWs und Auflieger. Wir müssen uns nur eine Rampe bauen, die wir mit einem Bagger aufbauen und abbauen können.“
Alexander schaute erwartungsvoll in die Runde, aber Euphorie oder Freude konnte er nicht erblicken. Zumindest erklärte ihn im Augenblick keiner für verrückt und das war schon einmal ein Vorteil.
Hamburg hat alles, was wir brauchen. Wir brauchen uns nur zu bedienen.“, fügte er hinzu.

Okay.“, sagte Rudi, hob aber abwartend die Hand. „Das klingt alles nicht schlecht und gut durchdacht. Und das es nicht einfach und auch gefährlich ist, ist wohl auch jedem klar. Und Gesetz dem Fall, wir schaffen das alles und haben nun einen Zug mit den Sachen. Ich frage mich nur, wie du das mit den Weichen machen willst? Aber egal. Wie willst du dir sicher sein, dass du eine freie Strecke nach Fehmarn hast? Es sind sicher ein paar Züge auf der Strecke gewesen. Außerdem hat
vielleicht jemand die Schienen blockiert.“

Alexander nickte zustimmend. „Auch das habe ich mir überlegt.“
Rudi nickte anerkennend. „Gut. Und?“
Wir nehmen einen Geländewagen mit Heckantrieb. Bau ihn so um, dass er eine Vorrichtung hat um damit auf Schienen fahren zu können. Aber sie muss beweglich sein, damit man auch von den Schienen runter kann. Dann noch zwei Stahlplatten vorn und hinten, damit kleinere Gegenstände oder Beisser den Wagen nicht von den Schienen werfen können.“ Er legte die Hände mit den Fingerspitzen zusammen, dass sie ein V ergaben. „Der Wagen dient dann als Vorhut, wenn der Zug rollt. Und mit ihm wird vor Fahrtantritt die Strecke einmal abgefahren und die Weichen gestellt.“
Respekt!“, sagte Rudi anerkennend. „Gut überlegt und ausgearbeitet dein Plan.“
Danke.“, sagte Alexander.
Nur das mit der Firma hättest du wirklich eher sagen können.“
Ich bin nicht perfekt.“
Und ich halte es immer noch für verrückt. Vielleicht sollten wir umziehen und diese Firma scheint mit eine gute Alternative zu sein, aber das war es dann auch.“, meinte Jörg. „Der Rest ist ein wahres Selbstmordkommando. Vielleicht kommt auch bald die Rettung, dann wäre alles umsonst gewesen und der eine oder andere würde noch leben. Denn ich bin mir sicher, dass bei deinem Plan einer draufgeht. Vielleicht sogar du selbst.“

Mag sein. Ich habe nicht gesagt, das es einfach und ungefährlich ist.“, verteidigte sich Alexander. „Aber es ist genauso gefährlich sich durch Einkaufspassagen zuschlagen in der Hoffnung, das man eine Büchse Erbsen findet, die noch nicht abgelaufen ist. Mein Plan hat zumindest am Ende die Hoffnung auf ein halbwegs normales Leben. Und vielleicht, aber nur
vielleicht kommt Hilfe. Vielleicht aber auch nicht. Und dann?“ Alexander hatte sich in Rage geredet. Es nervte ihn, dass dieser ignorante Bastard nicht einmal über seine Vorschlag nachdachte. Es war ein Vorschlag nicht mehr. „Denk wenigstens einmal darüber nach. Morgen schauen wir uns die Firma an. Vielleicht taugt sie auch gar nicht mehr, dann hat sich sowieso alles erledigt.“


Mit bösem Blick schaute Jörg ihn an. Doch dann nickte er und stand auf. Als er die Tür erreicht hatte, meldete sich Alexander noch einmal zu Wort. Alle drehte sich noch mal zu ihm um.
Ich habe noch eine Sache vergessen.“, sagte er. „Krümmel!“
Was ist damit?“, fragte Jörg Krützke.
Die Wahrscheinlichkeit stehen recht gut, dass es irgendwann hochgeht.“
Krümmel ist abgeschaltet.“, warf Jörg ein.
Stimmt.“, bestätigte Alexander. „Aber die Brennelemente sind noch drin. Das heißt, dass es theoretisch noch Strom liefen könnte. Da es jetzt aber nicht mehr gewartet wird, fängt es an zu verfallen. Irgendwann wird kein Wasser zum kühlen der Elemente mehr da sein, oder eine Rohrleitung bekommt ein Leck und dann ist die Katastrophe vorprogrammiert. Wir sitzen hier dann im verstrahlten Bereich. Und da weder ich noch einer von euch Kerntechniker ist, können wir nichts dagegen machen.“
Woher willst du denn das nun schon wieder wissen?“, fauchte Jörg ihn an.
Stell dich nicht so dumm.“ War er vielleicht wirklich so dumm? „Das sagt mir die Logik. Es wird zwar nicht gleich morgen passieren, aber vielleicht in zwei Jahren. Oder in Fünf. Oder Zehn. Oder vielleicht in Einem. Ich weiß nicht wann, aber mit Sicherheit weiß ich, das es passieren wird und ich habe eigentlich nicht vor live dabei zu sein.“
Jörg Krützke drehte sich schnauben um und verließ das Haus. Die anderen folgten ihm. Rudi schaute ihn noch einmal an und nickt ihm zu. Auch Tobias tat es und bei ihm wusste er, dass er auf seiner Seite stand. Alleine schon seiner Familie wegen.

Seine Frau trat auf ihn zu und schlang ihre Arme um ihn. Die Haustür schnappte ins Schloss und sie waren wieder alleine.
Willst du das wirklich durchziehen?“, fragte sie leise.
Ich bin mir sicher, dass wir keine andere Wahl haben. Die Gedanken habe ich ja nicht erst seit gestern. Ich denke schon eine ganze Weile darüber nach.“, sagte er und starrte in das prasselnde Kaminfeuer. „Und wenn noch andere Überlebende zu uns stoßen, dann wird es noch enger und vom Essen will ich gar nicht erst reden.“
Christina gab ihm einen langen Kuss. „Ich glaube, die anderen werden dir zustimmen.“, sagte sie schließlch. „Lass sie eine Nacht darüber schlafen.“

MaxSpace

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8

01.02.2014, 11:46

Google Maps Cords

Das Gefängnis aus Staffel 4 kann man sogar in Google Maps finden.

Meine Geschichte startet hier .

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