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MaxSpace

Schüler

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1

Montag, 5. Dezember 2011, 20:58

Meine Schreibversuche

Hier eine kleiner Auszug einer Geschichte, die auf meiner Festplatte schlummert. ;) Ist er der erste Entwuft und noch nicht überarbeitet. Leider kann ich das Layout auch nicht richtig übertragen.

Viel Spaß beim lesen. ;)



Ein Uhr dreißig mitten in der Nacht und trotz der späten Stunde herrschte reges Treiben auf der Reeperbahn. Hamburgs berühmte Meile, auf der sich das Nachtleben abspielte. Prostituierte warteten auf Freier, kleine Gruppen zogen lachend durch das Viertel von einer Kneipe in die nächste und feierten vielleicht einen Junggesellenabend. Die ersten Betrunkenen torkelten über die Bürgersteige, die von Neonreklame der verschiedenen Lokale in bunte Farben getaucht wurde. Und vor fast jeder Tür, die zu einem Lokal mit Erotikshow führte, stand ein Coberer. Der die vorbeilaufende Leute zu zahlenden Kunden machen sollte.
Zwischen den ganzen ausgelassenen und fröhlichen Menschen ging eine dunkle Gestalt. Sie hatte die Kapuze ihrer Trainingsjacke tief ins Gesicht gezogen und blickte nach unten. Sie interessierte sich nicht für das Angebot, welches hier angeboten wurde.
‘Sex sells!’, dachte die Gestalt amüsiert.
Sie hatte eine große Tasche geschultert und ging zielstrebig ihren Weg. Für einen Passanten, der sich hier vergnügen wollte, sah die Gestalt aus, als käme sie von Training.
An einer Ampel überquerte sie die Straße. Eine Gruppe junger Leute kam ihr ausgelassen und lachend entgegen. Einer der jungen Männer übersah die Gestalt und rempelte sie an.
„Oh!“, sagte der junge Mann. „Entschuldigung. Hab dich nicht gesehen.“
Die dunkle Gestalt hob, ohne aufzuschauen, die Hand als Zeichen, daß es nicht weiter schlimm war.
‘Nur nicht auffallen.’, dachte sie.
Auf der anderen Straßenseite ging sie gelassen weiter. Ein Blick auf die Uhr sagte ihr, daß sie noch genügend Zeit hatte und sich nicht beeilen brauchte. Dann blieb sie vor einem Hauseingang stehen. Vorsichtig schaute sie sich noch einmal um, aber niemand achtete auf sie. Mit festen Schritten stieg sie die drei Stufen zum Hauseingang empor. Sie streckte die Hand aus und drückte gegen den Türknauf. Verschlossen! Die Gestalt hatte nichts anderes erwartet, aber gehofft, daß die Tür unverschlossen war. Sie war schon ein paar Male nicht verschlossen gewesen. Nach kurzem zögern drückte sie auf einen der Klingelknöpfe. Nach einer Weile knackte der Lautsprecher.
„Ja bitte?“, fragte eine männliche Stimme quakend aus dem Lautsprecher.
Die Gestalt antwortete nicht.
„Wer ist da?“, war es erneut zu hören.
Wieder gab die Gestalt kein Ton von sich. Sie schaute sich verstohlen um und hoffte, daß kein vorbeigehender Passant neugierig stehenblieb. Aber es war niemand weit und breit zusehen. Sie zog sich tiefer in den dunklen Hauseingang zurück und verschmolz mit der sie umgebenden Dunkelheit.
„Denn nich!“, quakte es wieder aus der Gegensprechanlage.
Ein kurzes Knacken drang aus dem Lautsprecher, dann war es wieder ruhig. Nur noch der übliche Straßenlärm war zuhören. Nach ein paar Sekunden drückte die Gestalt erneut auf einen der Klingelknöpfe. Geduldig wartete sie. Ihr Blick huschte auf die andere Straßenseite und auf die Menschen, die dort entlang liefen. Der Lautsprecher knackte erneut, aber dieses Mal fragte niemand. Dafür ging der Türsummer an. Die Gestalt drückte sich mit der linken Schulter gegen die Tür und öffnetet sie.
‘Einige Leute sind einfach dumm.’, dachte die Gestalt nur, als sie einen letzten Blick auf die Straße warf, um dann im Hausflur zu verschwinden.
Dort verharrte die Gestalt und horchte, ob der unbekannte Türöffner in seiner Wohnungstür stand und auf den Besucher wartete. Doch im Hausflur blieb es still. Es war muffig und stickig. Unter der Treppe standen Fahrräder und ein Kinderwagen. An der gegenüberliegenden Wand befanden sich die Briefkästen. An einem war die Tür verbogen ein anderer hing schief an der Wand. Darüber hatte irgend jemand was an die Wand geschrieben, was aber in der Dunkelheit nicht zuerkennen war. Schnell, geschmeidig und lautlos wie eine Katze huschte die Gestalt dann durch das dunkle Treppenhaus. Oben angekommen blieb sie vor einer Tür stehen. Sie führte auf den Dachboden und der war ideal Platz für das Vorhaben des nächtlichen Besuchers. Die rechte Hand holte aus der Beintasche ein Etui, öffnete es und machte sich dann am Schloß der Tür zuschaffen. Keine zehn Sekunden später klackte es und die dunkle Gestalt verschwand durch die Tür. Auch hier war es stickig, sogar noch stickiger als im Treppenhaus. Der Tag war sehr warm gewesen und hier hatte sich die Hitze gestaut. Defuhses Licht hellte den Dachspeicher leicht auf und man konnte das Gerümpel, welches die Mieter hier einfach abgestellt hatten, mehr erahnen, als erkennen. Rechts von der Tür stand ein alter Schrank an der Wand und in einer Ecke standen alte Teppiche. Die Gestalt sah sich einmal um und ging dann, ohne den geringsten Laut zu verursachen zu einem Fenster. Es war nicht sehr groß, aber es reichte für den Zweck. Der Besucher legte die Tasche ab und stellte sich eine alte Holzkiste vor das Fenster, dann machte sie es auf und schaute hinaus. Man konnte den Eingang zum Club ‘Royal’ auf der anderen Straßenseite sehen. Und auch der Seiteneingang war deutlich zu erkennen, der in einer Seitenstraße lag.
„Perfekt!“, murmelte die Gestalt kaum hörbar.
Vor dem Club drängten sich die Leute, die nur von den Türstehern zurückgehalten wurden. Der Club hatte erst vor knapp sechs Monaten aufgemacht und hatte sich bis heute in Rekordzeit zu einer der angesagtesten Adresse in Hamburg entwickelt. Aber darum ging der Gestalt nicht. Die war wegen etwas anderem hier. Sie beugte sich über die Tasche, die nun neben ihr lag und öffnete den Reißverschluß. Dann entnahm sie der Tasche einen handlichen Sack und legte ihn in den offenen Fensterrahmen. Wieder griff sie in die Tasche und beförderte ein Gewehr in das schummrige Licht des Dachboden. Vorsichtig legte der Besucher das Scharfschützengewehr auf das Kissen und klappte die Schutzkappen vom Zielfernrohr weg. Dann holte sie eine Patrone aus der Jacke und legte sie in das Gewehr ein. Eine zweite stellte sie auf den schmalen Sims des Fensters. Es war an und für sich völlig unnötig. Wenn der erste Schuß nicht traf, würde sich mit Sicherheit keine zweite Möglichkeit ergeben. Jetzt streifte die Gestalt die Kapuze ab, die sie sonst beim Blick durchs Zielfernrohr behindert hätte.
In dem schwachen Licht des Dachspeichers erschien das schmale Gesicht einer Frau. Sie war Mitte dreißig und besaß lange dunkelbraune Haare, die in leichten Wellen ihr über die Schultern fielen. Ihr Gesicht hatte zarte Züge und volle Lippen. Die Augen leuchteten selbst in diesem schummrigen Licht in einem kräftigen Blau. Aber ihre Augen waren hart und kalt. Ihr Name war Katharina, aber im Laufe der Jahre, in denen sie in dieser Branche war, hatte sie schon viele Namen benutzt. Und sie war hier, um einen Job zu erledigen. Einen Auftrag.
Sie nahm die Waffe in Anschlag und schaute durchs Visier. Deutlich konnte sie die Eingang vom Club erkennen und die Türsteher, die gerade mit einem Gast redeten, der wohl mit allen Tricks in den Club gelangen wollte. Sie schaute auf und blickte in die Nebenstraße, wo sich der Seiteneingang befand. Wieder schaute sie durch das Visier. Auch hier hatte sie freies Schußfeld. Es war also egal, wo die Zielperson erschien. Sie würde garantiert treffen. Sie schaute aus dem Fenster und beobachtete die Blätter an den Bäumen, die sich nur leicht im Wind wiegten. Bei der kurzen Entfernung fiel diese leichte Brise nicht ins Gewicht. Dann stellte sie das Zielfernrohr richtig ein und anschließend sah sie auf die Uhr. Ein Uhr fünfundfünfzig. Um Zwei sollte ihr Ziel, ein Mann Namens Rice, in den Club kommen, um sich mit seinen Geschäftspartnern zutreffen. Sie wußte genau, mit was Rice sein Geld verdiente. Er war der Boss eines multimillionen Dollar schweren Konzerns, in dem er fast alles machte. Von Chemieprodukten bis zum Waffenbau. Ihr war es egal, was ihr wichtiger als alles andere war, der Mörder ihres Bruders. Sie hatte alles darangesetzt ihn zu erwischen und nun hatte sie es geschafft. Heute würde sie ihre Rache bekommen.

Orbon

Gamemaster

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2

Dienstag, 6. Dezember 2011, 18:35

gruselig geschrieben...ich find die story schon gut, weil sie in der geilsten stadt deutschlands spielt...st. pauli 4 ever!!!

nja, es klingt nach ein wenig nach standard, weil solche szenen in viel zu vielen büchern vorkommen, dennoch gelingt es dir, die stimmung gut wiederzugeben und interesse an den hintergründen zu wecken...

:thumbsup:
Den Tod als Gewissheit? Geringe Aussicht auf Erfolg? - Worauf warten wir noch?!

Lumî

Anfänger

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3

Samstag, 10. Dezember 2011, 12:33

Ich schließ mich da Orbon an, aber Geschichten die so anfangen, sind für mich meistens die geilsten Storys.
Respekt das du dass so geil geschrieben hast, man kann sich wirklich in die Geschichte hinein versetzen.

~Sülle

MaxSpace

Schüler

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4

Samstag, 10. Dezember 2011, 12:41

Fortsetzung

Sie war schon einige Jahre hinter Rice her, aber nie hatte sie die nötigen Informationen gehabt, um ihre Rache ausüben zukönnen. Durch einen Zufall hatte man mit ihr Kontakt aufgenommen und sie für diesen Job engagiert. Sie hatte sofort zugesagt und sogar nur auf der Hälfte des normalen Honorars bestanden. Oft hatte sie sich gefragt, ob sie ihm nicht ein Messer zwischen die Rippen jagen oder Auge in Auge erschießen sollte, damit er wenigstens wußte, wer ihn getötet hatte. Aber Rice war einfach zu gut bewacht.Grauenhafte Bilder aus ihrer Erinnerung tauchten plötzlich vor ihrem inneren Auge auf, doch sie konnte sie nur schwer verscheuchen. Sie mußte sich auf ihre Aufgabe konzentrieren.Minuten später war es dann soweit. Eine Nobellimousine fuhr am Club vor und hielt vor der Seitenstraße. Aber ein Bauzaun von einer Baustelle, die vor drei Tagen dort eingerichtet worden war, versperrte die Einfahrt in die Straße, so das die Limousine nicht direkt vor dem Eingang halten konnte. Was besseres konnte ihr nicht passieren. So hatte sie ein paar Sekunden mehr um zu zielen.Sie legte das Gewehr an, blickte auf das Auto und sah durchs Visier.Ein Bodyguard stieg aus und sah sich um. Dann stiegen zweiter aus. Einer der beiden machte die hintere Autotür auf und sah sich wieder um. Ein Mann entstieg dem Fahrzeug drehte sich um und half einer blonde Frau aus dem Auto. Der Mann sah auf und Katharina erkannte Rice. Sein markantes Kinn und die dunkel blonden Haare, die er als Scheitel trug. Die weißen Zähne, die sogar im Dunkel zu leuchten schienen.Zorn stieg in ihr auf und nur mit Mühe konnte sie ihn zurückdrängen. Ohne aufzuschauen drückte sie noch einmal das Gewehr in ihre Schulter und atmete tief durch. Obwohl sie nicht zum erstenmal jemanden erschoß, spürte sie, wie das Adrenalin durch ihren Körper flutete und sich ihr Herzschlag härter anfühlte. Es war die Aufregung, daß sie nun endlich am Ziel war und ihren Bruder endlich rächen konnte. Ihr Zeigefinger krümmte sich am Abzug und sie fühlte den Gegendruck der Feder, die den Schlagbolzen gleich frei gab, der dann auf die Patrone hämmern würde.
Tun sie es bitte nicht“, hörte sie plötzlich an ihrem linken Ohr eine kaum hörbare Stimme flüstern.Sie glaubte ihr Herz machte ein Aussetzer, um kurz darauf doppelt so hart weiter zuschlagen. Durch das Visier sah sie, wie Rice mit seiner Begleitung auf den Eingang zusteuerte. Jetzt war die beste Gelegenheit. Eine bessere würde sie wahrscheinlich nie wieder bekommen.
Ich bitte sie. Wir brauchen ihn noch lebend“, flüsterte die Stimme wieder. Und dieses Mal schwang eine leise aber deutliche Drohung mit.Sie wußte, das sie Rice nicht mehr töten konnte. Würde sie jetzt abdrücken, dann hätte sie die nächsten Sekunden nicht überlebt. Da war sie sich ziemlich sicher. Langsam entspannte sie ihren Finger.Wie hatte der Unbekannte sie gefunden? Schoß es plötzlich durch ihren Kopf. War sie zu unaufmerksam gewesen? Oder hatte ihr Auftraggeber ihr jemanden nachgeschickt, um sie nach getaner Arbeit aus dem Weg zu räumen? Langsam richtete sie sich auf, blieb aber immer noch sitzen. So hatte sie mehr Zeit sich der neuen Situation anzupassen.
Dann hätte er mich aber nicht vom Schuß abgehalten!’, dachte sie, als sie dann das Gewehr vorsichtig ablegte.Plötzlich brach ein Woge der Wut über sie herein. Man hatte sie um ihre Rache gebracht! Und dafür sollte die Person hinter ihr bezahlen. Sie unterdrückte die Wut. Denn sie wußte, wenn sie sie zuließ würde sie die Kontrolle über sich und die Situation verlieren. Der Typ stand mit garantiert gezogener Waffe da und ehe sie sich umgedreht hätte um zu schießen, wäre sie schon tot.Langsam stand sie auf und streckte die Arme leicht vom Körper weg, damit der Typ nicht auf dumme Gedanken kam. Dann drehte sie dem Unbekannten die linke Seite zu. So bot sie ihm nur eine schmale Angriffsfläche und wenn der schoß, dann mußte er schon auf ihren Kopf zielen. Und zum anderen hatte sie in der Vordertasche ihrer Joggingjacke ihre Waffe versteckt. Die Taschen der Jacke waren verbunden und so hatte sie eine gute Chance ihren ungebetenen Besucher zu überraschen. Aber sie mußte sich noch gedulden, damit sie nicht doch noch den Kürzeren zog.Sie drehte den Kopf und das schwache Licht auf dem Dachboden hielt eine Überraschung bereit.

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